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B) Beratung mit Angehörigen

Psychologische Beratung mit Angehörigen betroffener Erwachsener, Kinder, Jugendlicher bei Ängsten, Zwängen, Phobien, Eifersucht, Schüchternheit,  Kontakt-Problemen u. a. Störungen

Eltern, Partner und andere Angehörige fühlen sich oft hilflos, wenn sie erleben, wie ihr Kind, der eigene Partner oder andere Person ihrer engsten Umgebung unter einer psychischen Störung leiden. Mitleidiges "gutes" Zureden, Appelle (Reiß Dich doch zusammen!) oder Strafen befriedigen eher den Helfer-Trieb des hilflosen „Helfers" als dass sie dem Betroffenen nützen.

Im besten Fall ändern sie nichts. Oft verschlimmern sie nur die Situation des Betroffenen, weil zu seinem Kern-Problem (das vielleicht mit seiner Beziehung zu seinem "Helfer" zusammenhängt) noch das Gefühl kommt, nicht verstanden oder gar abgelehnt zu werden.

In meiner Beratung mit Ihnen als Angehörigen versuche ich, Ihr Verständnis für die Situation des Betroffenen wecken und Ihnen deutlich machen, dass das zu beobachtende Verhalten des Betroffenen selten das wirkliche Problem ist, sondern eher das äußerlich sichtbare Signal für das Problem.

Zur Erläuterung: Wer Zahnschmerzen hat, weiß, dass sie nicht das Problem sind, sondern Signal für eine Karies, Wurzelentzündung usw. Daher ist es nicht damit getan, die Zahnschmerzen mit Tabletten zu unterdrücken, sondern der Zahn muss saniert werden.

Psychische Leiden können nicht durch willentliche Anstrengungen, Vernunft usw. geheilt werden. Wie sinnlos Appelle wie "Du brauchst doch nicht traurig zu sein!" oder "Du brauchst doch keine Angst zu haben!" sind, können Sie an einem Vergleich ersehen: Würden Sie jemandem, der Zahnschmerzen hat, sagen: "Du brauchst doch keine Zahnschmerzen zu haben!"? Nein? Warum nicht? Haben Sie jetzt ein kleines Achso-Erlebnis?

Trotzdem können Sie dem Betroffenen helfen: Sie können ihm zuhören, nur zuhören. Aber bitte: ohne zu argumentieren, ohne zu diskutieren, ohne Warum-Fragen zu stellen. Hüten Sie sich vor Sätzen wie „Ja, aber ... "! Im Klartext lauten sie: „Nein, denn ich meine ….“!

Es geht darum, den Betroffenen mit seiner „Symptom-Sprache“ zu verstehen, ihn in seinem „So-Sein" zu respektieren und ihn so anzunehmen, dass er sich auch angenommen fühlt.